Buchkunst mit Blei und Faden: Bibliothek SG

Bibliothek Joseph Roth »›Der Diener Jacques und anderes‹. Drei Erzählungen und eine ›Nachbemerkung‹« Arthur Schnitzler »Leutnant Gustl« und andere Erzählungen Gotthold Ephraim Lessing »Fabeln. Drey Bücher« »Alle Jahre wieder. Die schönsten Weihnachtserzählungen« Peter Härtling »Die Lebenslinie. Eine Erfahrung« Heinrich Böll »Dr. Murkes gesammeltes Schweigen« und andere Erzählungen Friedrich Dürrenmatt »Die Panne. Eine noch mögliche Geschichte« Hermann Hesse »Eine Stunde hinter Mitternacht Eva Strittmatter »Morgen, Abends« (Gedichte) Stefan Zweig »Die unsichtbare Sammlung« Klaus Mann »Kinderjahre in München« Carl J. Burckhardt »Freundschaften und Begegnungen« Franz Kafka »Kurze Prosa aus dem Nachlaß« Hugo von Hofmannsthal »Andreas. Ein Fragment« Marie von Ebner-Eschenbach »Krambambuli« und andere Geschichten Ferdinand Gregorovius »Ein Dreigestirn. Zwei Jahrhunderte korsischer Geschichte« Carl Schurz »Die Befreiung Gottfried Kinkels aus dem Zuchthaus in Spandau« Heinrich von Kleist / Robert Walser »Kleist in Thun. Ein Triptychon« Konrad Weiß »Süddeutsche Reisebilder« Johann Wolfgang Goethe »Das Rochusfest zu Bingen« Annette von Droste-Hülshoff »Die Judenbuche« Friedrich Schiller »Der Verbrecher aus verlorener Ehre« und andere Erzählungen Christian Morgenstern »Galgen- und andere Lieder« Regina Ullmann »Goldener Griffel« und andere Erzählungen Wilhelm Hauff »Die Karawane« und andere Märchen Theodor Fontane »Gedichte« Wilhelm Raabe »Zum wilden Mann« Franz Grillparzer »Der arme Spielmann« Gottfried Keller »Romeo und Julia auf dem Dorfe« Clemens Brentano »Die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl« Adalbert Stifter »Abdias« Johann Peter Hebel »Briefe an Gustave Fecht (1791–1825)« Jean Paul »Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch« Johann Wolfgang Goethe »Balladen«

Bereits seit 1974 erscheint sie, unsere Buch­reihe »Bibliothek SG«, mit ihren ausgewählten Texten klassischer Autoren – Erzählungen, Prosa, Balladen, Gedichten und Dramen.

Bekannte Namen, noch aus der Schulzeit vertraut, sind darunter: Droste-Hülshoff, Ebner-Eschenbach, Fontane, Goethe, Hesse, Kafka, Kleist, Lessing, Mann, Morgenstern bis hin zu Schiller und Zweig. Aber auch manche Schriftsteller, die es lohnt, hier wieder neu zu entdecken, wie Carl Schurz, Regina Ullmann, Eva Strittmatter oder Konrad Weiß.

Als ein verlegerisches Unternehmen im eigentlichen Sinne haben wir die Reihe dennoch nie betrachtet. Sie entstand vielmehr, zunächst als Jahresausgabe für Freunde und Kunden gedacht, aus den Erfahrungen der damals üblichen Handsatzarbeiten im Typostudio SchumacherGebler; aus der formalen Auseinander­setzung mit dem Medium Schrift, zu der der ständige direkte Umgang herausforderte. Für Setzer und Drucker des Hauses lag der Reiz auch darin, einmal nach eigenem Empfinden eine zu dem jeweiligen Autor passende Schrift aus dem reichen Fundus an Bleilettern zu wählen. Typographie, Schrift und Schriftenvielfalt, aber auch die ästhetische Faszination der Form als solche, sind daher die verbindenden Themen des Programms. Für jedes Buch wird eine andere Schrift ausgesucht, wobei die fast vollständig vorhandenen Monotype-Kollektionen es erlaubt, von hierzulande beinahe unbekannten Schnitten zu drucken, wie zum Beispiel der ›Bell‹, der ›Barbou‹, der ›Bulmer‹, der ›Spectrum‹ und andere mehr.

Womit wir bei der wirklichen Besonderheit der Reihe wären: Die von Gutenberg erfundene Technik des Setzens und Druckens von Blei­buchstaben ist längst passé. Computer und moderner Offset­druck sind schon lange an die Stelle des alten Handwerks getreten. Doch beim Druck mit Bleibuchstaben prägen sich die Typen gering­fügig in das Papier ein. Durch dieses tatsächliche »Hineindrücken« der Lettern bildet sich ein hauchdünnes Relief. In der Verbindung mit dem dabei entstehenden Farbschmitz wächst den Buchstaben mehr Körper zu, erhalten sie zusätzliches Gewicht. Diese verleiht dem Bleisatz seine Besonderheit, seinen unverwechselbaren Charakter und das harmonischere Aussehen gegenüber dem Photo­satz oder Computersatz. Vorausgesetzt, die Wiedergabe erfolgt im dazugehörenden Buchdruckverfahren.

Mehr noch als diese drucktechnischen Gesetzmäßigkeiten über­zeugen die Argumente der Schriftproportionen. Bei den Bleibuch­staben sind die Strichstärken in den kleineren Graden nicht nur etwas kräftiger, die Zeichen sind auch insgesamt offener gehalten. Das gewährleistet eine gute Lesbarkeit. In den größeren Graden hingegen ist die Zeichnung enger angelegt, der Duktus schlanker, damit unseren Augen keine allzu großen Sprünge zugemutet werden. Bleisatz und Buchdruck sind heute selten geworden und sind schon deswegen eine Kostbarkeit. Zudem beherrschen diese Technik nur noch ganz wenige Druckereien. Eine davon, vielleicht sogar die einzige, die dafür in Frage kommt, ist die Offizin Haag-Drugulin in der alten Druckerstadt Leipzig, wo die Reihe seit einigen Jahren gedruckt wird. Und zu jeder dieser Schriften (Ausnahme Band 1–4) schildert ein Essay im Anhang deren Geschichte, stellt die Entwerfer vor, erläutert das vorgesehene Anwendungsgebiet.

Große Sorgfalt wird auf die Wahl des Papiers und auf werkgerechte Bindearbeit verwendet. Nur säurebeständige, leicht getönte Sorten kommen zur Anwendung. Der Buchblock ist fadengeheftet, der Einband mit farbigem Büttenpapier überzogen: alles in allem hand­werkliches Können pur. Kein Wunder also, daß Titel dieser Reihe immer wieder bei Wettbewerben prämiert werden. Die Bibliothek SG ist jetzt allen Liebhabern des handwerklich gefertigten Buches zugänglich. Sie ist die einzige Serie, die noch ausschließlich in Bleisatz/Buchdruck hergestellt wird. Eine literarisch-typophile Reihe mit Blei und Faden – für ein optimales Lesevergnügen. Dazu ein exklusives und ideales Geschenk für Familie, Freunde und Kunden – für jeden, dem man eine besondere, bleibende Freude machen möchte.

Einheitliches Format 12,4 × 21 cm; Satzverfahren: Monotype-Bleisatz; Druckverfahren: Buchdruck; Einband: Pappband mit Büttenüberzug in verschiedenen Farben mit aufgeklebtem Schild­chen; Fadenheftung. Die Reihe umfaßt derzeit vierund­dreißig Titel.